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Dieses Jahr war es soweit: Die Mission “Inspiration 4” ist geglückt und zum ersten Mal kreisten vier Touristen im Weltall, und das ohne einen professionellen Astronauten. Die Space Economy nimmt an Fahrt auf, denn diese Mission war der erste bedeutende Schritt zum Aufbau einer Wirtschaft sowohl im Weltraum als auch für den Weltraum. Die Auswirkungen – für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft insgesamt – sind allerdings im Moment nicht vollständig abschätzbar.

Das kommerzielle Weltraumzeitalter ist angebrochen

Die Space Economy hat mit der diesjährigen Neuigkeit, dass erstmal Touristen im All kreisten, große Aufmerksamkeit erweckt und zurzeit findet eine Entwicklung zur Billionen Industrie statt. China landete auf dem Mond, die USA strebt eine Reise auf den Mars an und weitere Entwicklungen werden erwartet. Noch ist der Markt relativ jung, allerdings ist es einer mit sehr hohem Innovations- und Wachstumspotenzial und die neusten Nachrichten haben auch ein Interesse an der Börse erweckt.

Eine kurze Retrospektive

Neil Armstrong betrat 1969 als erster Mensch den Mond und wurde zur Ikone. 52 Jahre später liefern sich Elon Musk, Richard Branson und Jeff Besos einen Wettkampf auf dem Weg ins All. Alles drei Milliardäre, bei denen man meinen könnte, die Kommerzialisierung des Weltalls sei zu ihrem neuesten Hobby geworden. Richard Branson, Gründer des Unternehmens Virgin Galactic unternahm im Juli 2021 einen Kurztrip ins All, der insgesamt neun Tage andauerte. Kurz danach sorgte Jeff Bezos dafür, ins Weltall zu kommen. Er hatte sich den 20. Juli 2021 ausgesucht, denn an diesem Tag in der Vergangenheit spazierte Armstrong auf dem Mond.

Der Weltraum als neues Reiseziel

SpaceX ist das Unternehmen, welches hinter der Mission “Inspiration 4” steht und es erstmalig geschafft hat, vier Weltraumtouristen für viert Tage ins Weltall  zu schicken. Spitzenverdiener weltweit haben sich bereits auf verfügbare Wartelisten der verschiedenen Anbieter eingetragen. Die Flugtickets kosten mehrere 100,000 Dollar und laut dem Time Magazin sollen für die vier Plätze im SpaceX Ausflug insgesamt sogar 200 Millionen Dollar aufgewendet worden sein, so zumindest lautete das Ziel von Jared Isaacman. Eines der Ziele dieser Mission war es, Spenden für das St. Jude Children’s Research Hospital in Memphis zu sammeln.

Branchenexperten vermuten starken Wachstum in den nächsten Jahren und auch der Space Tourism Market Research Report zeigt, dass der globale Markt für Weltraumtourismus sich von 651 Millionen US-Dollar in 2020 auf 1,7 Milliarden US-Dollar bis 2027 vergrößern wird. Das entspricht einer Compound Annual Growth Rate von 15,2%.

Marktführer der Space Economy: USA

Nicht nur die drei Weltraum-Enthusiasten Musk, Branson und Bezos investieren in die Space-Economy, sondern auch die Regierungen. So erhöht beispielsweise die NASA ihr Jahresbudget kontinuierlich, für dieses Jahr wurde das Budget auf 23,3 Milliarden US-Dollar erhöht. Die USA will auch Marktführer bleiben, dementsprechend wird erwartet, dass das Budget auch in den nächsten Jahren weiter zunimmt.

Zumal andere Länder aufholen wollen. Unter anderem China: Der CNSA gelang es im März 2019 auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu landen.

Die Entwicklung eines Billionen-Marktes

Der Mond gilt inzwischen nur Zwischenziel, denn wie sich in den aktuellen Neuigkeiten zeigt, will die Welt auf den Mars. Nach dem ehemaligem deutschen Astronauten Dr. Ulrich Walter soll dies bald auch Wirklichkeit werden. Der Professor für Raumfahrttechnik geht davon aus, dass 2046 erstmals Menschen auf dem roten Planeten landen können. Allerdings bedarf es noch viel Forschungsarbeit, bevor dieser Zustand eintreten kann. Diese wird zum Teil mit Privatunternehmen wie AeroVironment durchgeführt. Das US-Technologieunternehmen hat mit der NASA einen Helikopter entwickelt, der seit Mitte Februar über dem Himmelskörper seine Kreise zieht.

Die Tatsache, dass ein Wettrennen um Reisen ins Weltall entstanden ist, der sowohl von privaten Unternehmen als auch Regierungen geführt wird, gibt der sogenannten Space Economy viel Aufmerksamkeit und Aufwind. Von Vorteil sind die sinkenden Raketenpreise, die aufgrund der Wiederverwertung von Trägerraketen eintreten und für lukrativere Starts sorgen. Zudem haben sich die Kosten des Katapultieren von Satelliten in die niedrige Umlaufbahn stark reduziert

Im Gegensatz zu Regierungen ist der Privatsektor bestrebt, die Menschen ins Alls zu schicken, um ihre eigenen persönlichen Interessen zu verfolgen, nicht die des Staates – und dann die von ihnen geschaffene Nachfrage zu decken. Dies ist die Vision von SpaceX, das in den ersten zwanzig Jahren die Raketenstartindustrie völlig auf den Kopf gestellt hat, 60 % des weltweiten kommerziellen Startmarktes gesichert und immer größere Raumschiffe gebaut hat, die Passagiere nicht nur zur Internationalen Raumstation (ISS) befördern sollen, sondern auch auf die eigene versprochene Siedlung auf dem Mars.

Die Space Economy als Innovationstreiber

Die Bereiche IT-Hardware und Telekommunikation machen das Weltall zum Geschäftsraum und Forscher sehen den Ausbau des Internets als schlagkräftigen Wachstumstreiber der nahen Zukunft . Dabei soll das Satelliten-Internet das größte Volumen der Space Economy ausmachen und hier kommt SpaceX auch wieder ins Spiel: seit 2019 entwickelt das Unternehmen von Elon Musk an seinem Satelliten-Internet Starlink und möchte bis 2027 eine riesige Menge von 42.000 Satelliten schaffen. Heute sind es circa 1700 Satelliten mit mehr als 100.000 Starlink Nutzern.

Hier eine Übersicht der Hauptakteure:

  • Virgin Galactic
  • SpaceX
  • NASA
  • Blue Origin
  • Space Adventures
  • EADS Atrium
  • Excalibur Almaz
  • Space Island Group
  • Boeing
  • Zero2Infinity
  • Armadillo Aerospace

Der Hype um die Branche bei Investoren

Das börsennotierte Unternehmen Virgin Galactic von Richard Branson hat sich 2020 innerhalb von Wochen in seinem Wert verdreifacht, bevor der Fall auf Startniveau erfolgte. Nahezu das Gleiche Phänomen fand dann dieses Jahr statt und die jüngste Kursschwäche wurde durch US-Luftfahrbehörde FAA ausgelöst, die dem Flugobjekt des Briten vorerst Startverbot auferlegte. Auch die Verschiebung der ersten kommerziellen Flüge um einen Monat sorgte für Unstimmigkeiten bei Anlegern. Im Jahr 2022 soll dann das Geschäft mit zahlenden Passagieren beginnen.

In diesem frühen Stadium der Space Economy und der kommerziellen Raumfahrt ist Virgin Galactic eine der sogenannten Risiko-Aktien, allerdings gibt es bis heute keine andere direkte Investmentmöglichkeit für Weltraumtourismus. Insgesamt ist dasd Feld der Space Economy aber breit gefächert und es gibt viele Unternehmen in den Bereichen Luft- und Raumfahrt. Interessierte Anleger können sich auf der Suche nach Space-Aktien am Technologiesektor orientieren. Mit einem Musterdepot lässt sich eigene Strategie risikofrei erproben.

Die indirekten Gewinner sind bisher Internetkonzerne wie Google, dessen Google Maps Space bereits heute allen Menschen eine virtuelle Reise durchs Sonnensystem ermöglicht, oder Jeff Bezos’ Billionen Firma Amazon. Auch interessant sind Streaming Anbieter wie Netflix, die davon profitieren würden, wenn es darum geht, weltumspannende Satellitennetzwerke wie Starlink zu monetarisieren.


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